Craig: Sühne und der Tod Christi

Craig AntonementDonald Macleod hat William Lane Craigs Buch Atonement and the Death of Christ: An Exegetical, Historical, and Philosophical Exploration gelesen. Er schreibt:

Zudem betont Craig die Tatsache, dass es innerhalb der göttlichen Regierung keine solche Gewaltenteilung gibt, wie wir sie in modernen westlichen Demokratien kennen. Gott übt selbst die drei Funktionen des Gesetzgebers, des Richters und der Exekutive aus. Daher besitzt er das Vorrecht, zu verkündigen, was Gesetz ist, über Verstöße gegen das Gesetz zu richten und Gesetzesbrecher zu bestrafen. An keiner Stelle haben wir das Recht, ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Und am allerwenigsten haben wir ein Recht, von ihm zu fordern, er müsse Sünde einfach so vergeben. Worauf Craig hier nicht eingeht: Letzteres würde auf einen Schlag jedes menschliche Rechtssystem zunichtemachen und zu dem absurden Schluss führen, dass zwar Gott kein Recht hätte, ein Geschöpf zu bestrafen, während ein Geschöpf aber durchaus berechtigt wäre, ein anderes zu bestrafen.

Menschlich gesprochen stand Gott vor einem Dilemma: Sünde straflos durchgehen zu lassen würde bedeuten, das Universum an das uneingeschränkte Böse auszuliefern. Dem Gesetz strikt zu folgen würde bedeuten, die gesamte Menschheit zum ewigen Tod zu verurteilen. Die einzige Möglichkeit, um diesem Dilemma zu entkommen, bestand darin, eine Lockerung des Gesetzes zuzulassen. Im Rahmen der christlichen Versöhnungslehre bedeutet Lockerung, dass Gott dem Einen (Christus) erlaubt, den Platz der Vielen einzunehmen. Mit anderen Worten: die Strafe stellvertretend auf sich zu nehmen, stellvertretende Sühne zu leisten.

Mehr: www.evangelium21.net.

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2 Kommentare
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toblog
5 Monate zuvor

Die drei Fälle des göttlichen Dilemmas im letzten Abschnitt sehe ich ähnlich. Fall a) Würde Unrecht folgenlos bleiben, dann wäre Gottes gerechtes Gesetz quasi inexistent. Fall b) Kein Mensch kann das Gesetz halten. Also alle zum Tode verurteilt. Ja.

Wie Gott dieses Problem nun gelöst hat sehe ich anders. Von Lockerungen zu sprechen, trifft mE die Sache nicht. Sondern: Der Mensch muss aus dieser Gesetzesordnung komplett freigekauft, erlöst werden. Dies geschieht, indem der Sohn selbst als Person durch Kreuz/Sündopfer und Auferweckung dem Geltungsbereich des Gesetzes entzogen wird. Der Vater schließt sozusagen eine Schuldfolgenversicherung auf die Person des Sohns ab. Leistungsgarant dieser Versicherung ist der Vater.

Etwas ausführlicher in Tobias Henninger: Was ist Erlösung? – Ein befreiender Entwurf, tredition 2021.

Last edited 5 Monate zuvor by toblog
Markus Jesgarz
5 Monate zuvor

Meine Meinung ist:
Herr William Lane Craig diskutiert teilweise das Recht Gottes ein Geschöpf zu bestrafen in seinem Buch „The Atonement“ [„Das Sühnopfer“], das im Jahr 2018 erschien.
https://www.facebook.com/markus.jesgarz.3/posts/1174278566714610?comment_id=1174324886709978

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