Leitungswechsel an der Spitze der Deutschen Evangelischen Allianz

Der Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden, Ekkehart Vetter, wird neuer Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Das beschloss der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz bei einer Sondersitzung heute in Kassel. In der DEA-Pressemitteilung zur Wahl heißt es:

„Er tritt zum 1. Januar 2017 die Nachfolge von Dr. Michael Diener an, der nach fünf Jahren dieses Ehrenamt abgibt. Der 60jährige Ekkehart Vetter war in den letzten fünf Jahren schon als 2. Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz auch Stellvertreter von Dr. Michael Diener in diesem Ehrenamt. Dem leitenden Geschäftsführenden Vorstand gehört er seit 2008 an; der als Hauptvorstand bezeichneten Mitgliederversammlung der Deutschen Evangelischen Allianz seit 2004.

Ekkehart Vetter ist im Hauptamt seit 23 Jahren leitender Gemeindepastor der Ursprungsgemeinde des 1909 gegründeten Verbands in Mülheim/Ruhr. Im Nebenamt leitet er seit 2003 als Präses den freikirchlichen Verband, zu dem derzeit 43 Gemeinden in Deutschland mit ca. 4.700 Gemeindemitgliedern gehören. Ekkehart Vetter ist verheiratet mit der Theologin und Gemeindereferentin Sabine. Sie haben sechs Kinder, fünf Schwiegerkinder und derzeit zehn Enkelkinder.

Wie Ekkehart Vetter anlässlich seiner Wahl zum 1. Vorsitzenden betonte, bleibe es das Anliegen der Evangelischen Allianz mit dieser interkonfessionellen Bewegung die organische Einheit der Christen zu betonen, die Gebetskultur zu fördern, das Evangelium von Jesus Christus einladend weiterzugeben, biblische Orientierung zu vermitteln und gesellschaftliche Verantwortung aus christlicher Perspektive wahrzunehmen. „Das sind und bleiben lohnende Wirkungsfelder“, betonte Vetter.

Vetter folgt dem 54-jährigen Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands, Dr. Michael Diener, Kassel, der sein Amt ein Jahr vor Ablauf der sechsjährigen Wahlperiode zur Verfügung stellt. Seinen Rücktritt hatte er bereits am 1. März 2016 öffentlich bekannt gegeben, nachdem er im Spätherbst 2015 durch die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland in deren Leitungsgremium, den Rat der EKD, gewählt wurde. Das mit hohem zeitlichen Aufwand verbundene ehrenamtliche Mandat führt Dr. Michael Diener neben seinem Hauptamt und einer Vielzahl an weiteren Ehrenämtern in christlichen Werken und Verbänden. Daneben lasse sich aber nicht auch noch der Vorsitz der Deutschen Evangelischen Allianz führen. Das sei ihm schon vor der Wahl in den Rat der EKD deutlich gewesen. Er habe deshalb bereits im Oktober 2015 dem Geschäftsführenden Vorstand das Signal seines Rücktritts für den Fall der Wahl in den Rat der EKD gegeben. Dr. Michael Diener scheidet damit auch aus dem Geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz aus, bleibt aber in der Mitgliederversammlung der Deutschen Evangelischen Allianz, dem Hauptvorstand, in der Leitungsebene dieser Bewegung.

Die Wahl eines Nachfolgers für Ekkehart Vetter als 2. Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz ist für die Frühjahrssitzung 2017 vorgesehen.“

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[…] Leitungswechsel an der Spitze der deutschen Evangelischen Allianz […]

PeterG
PeterG
3 Jahre zuvor

… bleibe es das Anliegen der Evangelischen Allianz mit dieser interkonfessionellen Bewegung die organische Einheit der Christen zu betonen …

Ich dachte immer, die EAD wäre eine innerprotestantische Bewegung. „interkonfessionell“ klingt schon sehr nach „ökumenisch“.

Johannes Strehle
Johannes Strehle
3 Jahre zuvor

Ekkehart Vetter – ein sympathischer Mensch
mit sympathischer Familie.
Gibt es jemand, der weiß,
wo und wofür Ekkehart Vetter theologisch steht
– oder interessiert das ohnehin niemand außer mir?
Wenn ihn sonst niemand zu seiner Theologie interviewt,
müssen wir wohl auf die WELT warten.

PeterG
PeterG
3 Jahre zuvor

Gibt es jemand, der weiß, wo und wofür Ekkehart Vetter theologisch steht

Er vertritt den charismatischen Mülheimer Verband und gilt als Bibeltreuer. M. W. n. war er bisher 2. Vorsitzender (seit ein paar Jahren, vielleicht 2012).

Adler
3 Jahre zuvor

Nach Michael Diener dachte man, es kann nicht mehr schlimmen werden. Und jetzt das: Ausgerechnet ein Charismatiker als Vorsitzender der Allianz. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Die Allianz tut wirklich alles, um zu schockieren.

Matze
Matze
3 Jahre zuvor

Die Pressemeldung schreibt Vetter ist Charismatiker. Eigentlich stimmt das nicht. Die Mülheimer Bewegung ist vom Ursprung her die Gegenbewegung zum Gnadauer Gemeinschaftsverband nach der Berliner Erklärung gewesen. Daraus entstand eine Gemeindebewegung und damit gehören die „Mülheimer“ zur Pfingstbewegung. Die charismatische Bewegung übernahm Teile der Lehren der Pfingstbewegung in die beiden Gr0ßkirchen und die nichtpfingstlichen Freikirchen in Form von Erneuerungsbewegung in den bestehenden Organisationen. Damit gibt es ganz klare Unterschiede zwischen Pfingstlern und Charismatikern. Mittlerweile aber haben sich die „Mülheimer“ etwas verändert. Viele verstehen sich weiter als Pfingstler, andere Gemeinden aber sind evangelikal zum Teil sogar mit gewisser Distanz zu Praktiken der Pfingstbewegung. Dies zeigt sich auch darin wo die angehenden Pastoren ausgebildet werden: Je nach Ausrichtung der Ortsgemeinden auch mal auf Beröa (BfP) andererseits auch in „normalen“ evangelikalen Ausbildungsstätten wie in Brake. Diese Entwicklung ist auch der Grund, warum die „Mülheimer “ aus dem Forum freikirchlicher Pfingstgemeinden 2002 ausgetreten sind (zu dem Thema auch guter Artikel bei Wikipedia). Ich kann… Weiterlesen »

Thomas S.
Thomas S.
3 Jahre zuvor

Hallo Johannes Strehle, ich empfehle die Veröffentlichungen der von ihm geleiteten Freikirche zur Lektüre. Diese dürften von ihm maßgeblich mitgestaltet worden sein:
http://www.muelheimer-verband.de/mv-selbstverstaendnis-ua/statische-inhalte/mv-ordnungen
Beste Grüße
Thomas

Alsterstewart
Alsterstewart
3 Jahre zuvor

Eine gute Wahl: Ekkehard Vetter leitet bisher einen Verband, der sich in den letzten Jahren gut entwickelt hat. MV-Gemeinden legen großen Wert auf in jeder Hinsicht gesundes Wachstum.

Adler
3 Jahre zuvor

@Alsterstewart
Nein, keine gute Wahl! Nur weil Gemeinden „großen Wert legen auf gesundes Wachstum“ heißt das noch gar nichts. Die charismatische Bewegung ist eine der größten Gefahren unserer Zeit. Wäre die Ev. Allianz wirklich bibeltreu, dann müsste sie sich klar und deutlich u.a. von der charismatischen Bewegung abgrenzen. Aber die Allianz ist auf Ökumene-Kurs und passt sich immer mehr dem Zeitgeist an.

Alsterstewart
Alsterstewart
3 Jahre zuvor

@Adler
Du warst noch nie in einer MV-Gemeinde, oder?

Adler
3 Jahre zuvor

@Alsterstewart
Was hat das damit jetzt zu tun? Warum muss ich erst in einer MV-Gemeinde gewesen sein, um sie beurteilen zu können? Muss ich erst in einem Königreichssaal gewesen sein, um die Zeugen Jehovas beurteilen zu können? Muss ich erst in einem Buddhismus-Tempel gewesen sein, um den Buddhismus beurteilen zu können?

Der Mülheimer Verband ist nach seinem offiziellen Selbstverständnis charismatisch. Und genau das kritisiere ich. Und wo siehst Du jetzt das Problem?

Alsterstewart
Alsterstewart
3 Jahre zuvor

Du arbeitest Dich an einem Schlagwort ab, nicht an der Wirklichkeit. Schade.

Adler
3 Jahre zuvor

@Alsterstewart
Die Frage ist ja gerade, ob das „Schlagwort“ der Wirklichkeit entspricht. Wenn Gemeinden sich selbst als charismatisch bezeichnen, dann gehe ich erst einmal davon aus, dass sie auch wirklich charismatisch sind. Was ist falsch daran, erst einmal davon auszugehen, dass der Selbstanspruch auch die Wirklichkeit ist?

Alsterstewart
Alsterstewart
3 Jahre zuvor

Das Problem liegt darin, dass Du von „charismatisch“ auf „die größten Gefahren unserer Zeit“ schließt. Das ist ein beliebtes Zitat und jetzt würde ich gerne wissen, inwieweit dies auf Ekkehard Vetter und auf die Gemeinden des MV aus Deiner Sicht zutrifft.

An welche konkreten Anhaltspunkte knüpfst Du Dein Urteil? Aus welchem Grund gehört der MV zu „den größten Gefahren unserer Zeit“?

Butter also bei die Fische.

Adler
3 Jahre zuvor

@Alsterstewart Wo soll ich anfangen? Schau Dir die Geschichte der charismatischen Bewegung und der Pfingstbewegung (und des MV) an. Schau Dir den Anfang an. Schau Dir an, wie viele Irrlehren in der charismatischen Bewegung und der Pfingstbewegung vertreten wurden, vertreten werden und geduldet werden. Es gab und gibt Okkultismus und Esoterik in der charismatischen Bewegung. Ich sage nicht, dass jeder Charismatiker das vertritt, aber das gibt es in dieser Bewegung. Was ich z.B. „gemäßigten“ Charismatikern vorwerfe, ist, dass sie sich nicht stärker und glaubwürdiger von extremen Charismatikern abgrenzen. Es gibt oft eine große Offenheit für die Ökumene. Manchmal wird auch Synkretismus betrieben, indem z.B. Phänomene aus dem Schamanismus unkritisch übernommen werden. Hör Dir die Vorträge der Strange Fire Konferenz an (auf Deutsch): https://www.gty.org/resources/sermon-series/de325 Lies das Buch „Fremdes Feuer“ von John MacArthur (Betanien-Verlag, 2014). Die charismatische Bewegung ist extrem gefährlich: Es gibt falsche Propheten, Wunderheiler, Wohlstandsprediger, Marienverehrer u.a. Schau Dir vor allem die internationale Szene an. Ich habe nicht genug Zeit,… Weiterlesen »

Johannes T.
3 Jahre zuvor

Die Nachricht hört sich mutmachend an!

Auch das Schriftverständnis macht Mut:
>>Mit den Unterzeichnern der Lausanner Erklärung bekräftigen wir „die göttliche Inspiration, die gewiss machende Wahrheit und Autorität der alt- und neutestamentlichen Schriften in ihrer Gesamtheit als das einzige geschriebene Wort Gottes. Es ist
ohne Irrtum in allem, was es verkündigt, und es ist der einzige unfehlbare Maßstab
des Glaubens und Lebens. <<

Alsterstewart
Alsterstewart
3 Jahre zuvor

Mein letzter Post in diesem Thread:
@Adler
M.W. hat sich die Strange Fire-Konferenz nicht mit dem MV beschäftigt (ich habe so ziemlich jeden Vortrag gehört, vielleicht ist mir da etwas entgangen). Insofern sehe ich keine Verbindung zwischen den dort tw. zu Recht kritisierten Phänomenen und dem MV. Aber vielleicht kannst Du weiterhelfen.

So lange Du nicht konkret wirst bleibe ich dabei: Du arbeitest Dich an einem Schlagwort ab, ohne die Realität zur Kenntnis zu nehmen. Und das finde ich schade.


Was Werth und Diener angeht sehe ich das ähnlich. Wobei Diener das Zeug gehabt hätte, deutlicher Profil zu zeigen. Leider investierte er seine Energie als EAD-Vorsitzender an der falschen Stelle, was er m.W. auch eingestanden hat. Insofern bin ich guter Hoffnung, dass Vetter neue konstruktive Akzente setzen kann.

Adler
3 Jahre zuvor

@Alsterstewart Im MV-Selbstverständnis heißt es z.B.: „Im Leben des wiedergeborenen Menschen kann es zu weiteren, vertiefenden und erneuernden Erfüllungen mit dem Geist Gottes kommen. […] Solche Geisterfahrungen können mit dem Empfang geistlicher Gaben verbunden sein, wie z.B. Sprachenrede oder Prophetie, oder auch mit körperlich wahrnehmbaren Manifestationen.“ „Für die Gemeinden des MV ist das prophetische Wort eine Botschaft Gottes, die einem Menschen vom Heiligen Geist eingegeben wird. Diese Botschaft kann sich an den Betreffenden selbst richten oder an andere. […] Jede prophetische Rede wird am Wort Gottes geprüft.“ Also ist die prophetische Rede nicht das Wort selbst. Der MV geht also nicht von der Allgenügsamkeit der Bibel aus. Der Kanon ist faktisch noch nicht abgeschlossen, denn es gibt noch Extra-Offenbarungen. „Die Bibel zeigt, dass Menschen, die mit der Kraft des Heiligen Geistes in Berührung kommen, auffällige körperliche Symptome zeigen können. […] Dies geschieht bis heute: Menschen können in Gottes Gegenwart z.B. weinen, lachen, zittern oder ,im Geist ruhen‘.“ Wahnsinn! Der MV… Weiterlesen »

PeterG
PeterG
3 Jahre zuvor

Vielleicht noch als Ergänzung aus dem Selbstverständnis des MVs:
„Wir ermutigen alle Gläubigen, Gott um diese Gabe seines Geistes zu bitten.“ (Seite 19). Dieser Satz steht bei der Gabe der Sprachenrede und nur dort. Das halte ich für problematisch, zumindest so, wie ich (bisher) die Bibel diesbezüglich verstanden habe. In 1. Kor 14:5.39 gibt Paulus dem prophetischen Reden den Vorrang. Warum werden dann die Gläubigen im MV nicht dazu ermutigt, prophetisch zu reden?

Johannes Strehle
Johannes Strehle
3 Jahre zuvor

idea hat – vorbildlich – Vetter interviewt. Dieners Verdienst war es, für mehr Klarheit gesorgt zu haben. Vetter drückt sich hingegen um klare Antworten zu seinem Standpunkt. Hält er auf Grund seines Bibelverständnisses gelebte Homosexualität für Sünde? Vetter: „An aktuell unterschiedlichen Bewertungen in ethischen Positionierungen wollen wir dranbleiben, die Diskussion versachlichen und uns um eine biblisch begründete Position bemühen.“ „Die notwendige Diskussion muss aber zunächst in den Gremien der Allianz geführt werden. Der Hauptvorstand … sieht … zugleich die Notwendigkeit, intensive Gespräche weiterzuführen. Wir wollen geistliche Orientierung geben.“ Die Kontroverse gibt es dank Dieners deutlicher Positionierung seit einem Jahr. Vetter schweigt sich darüber aus, wie weit „die notwendige Diskussion in den Gremien“ gediehen ist. Gab es diese vor Dieners Anstoß nicht? Er schweigt sich über die „intensiv weitergeführten Gespräche“ aus. Wann ist denn der Zeitpunkt gekommen, „geistliche Orientierung zu geben“? Die englische Allianz ist nach gründlicher Prüfung längst zu einem publizierten Ergebnis gekommen. idea: „Umstritten ist, was in der Bibel… Weiterlesen »

Roderich
Roderich
3 Jahre zuvor

Zustimmung, Johannes Strehle. Das Interview in idea war insofern gut, als er sich dort, wo er seine Meinung hat durchblicken lassen, als bibeltreu ge“outet“ hat (gegen praktizierte Homosexualität oder außeeheliche Sexualität, ohne Arroganz und im Wissen um die eigene Sündhaftigkeit, aber doch bestimmt; für die Judenmission), aber er hat in der Tat vieles offen gelassen. So ein „Herumge-eiere“ ist schädlich, auch wenn die EA ein „lockerer Verband“ ist. Wir brauchen keinen „lockeren Verband, der herum-eiert“. Aber schauen wir mal, wie es sich entwickelt. @Adler, wärest Du mit Pfingstlern / Charismatikern zufrieden, die sich wie die Gemeinden im NT und wie Paulus verhalten würden? (Also die Prophetie, Zungenrede, praktizieren im biblisch vorgegebenen Rahmen, und bei denen Wunderheilungen geschehen in der Kraft des Hl. Geistes? ). Oder würdest Du die – wenn die heute im Mühlheimer Verband als „1. Korinthergemeinde“ oder „1.Thessalonichergemeinde“ auftreten würden – als „größte Gefahr“ ansehen? Was machst Du eigentlich beruflich, kommst Du ab und zu unter Menschen? Meines… Weiterlesen »

Johannes Strehle
Johannes Strehle
3 Jahre zuvor

Idea hat, journalistisch notwendig, eine Aussage aus dem Interview mit Vetter in die Überschrift gerückt: Ein Evangelikaler „kann unmöglich rechts sein“. Im Interview heißt es: „Wer in meinem Verständnis evangelikal ist, kann unmöglich rechts sein.“ Kann ein Evangelikaler links sein? Ist links gut und rechts schlecht? Oder kann ein Evangelikaler weder rechts noch links sein, also auch in keiner politischen Partei außer vielleicht in der FDP? (Die CDU galt bis zur Kursänderung unter Angela Merkel als rechte Partei. Heute dürfte das noch für die CSU gelten.) Dass ein Evangelikaler nicht populistisch oder extrem sein kann, dürfte unstrittig sein. Aber „unmöglich rechts“? Deutschland ist (wie ganz Europa) in einer brisanten Situation. Eine der besten Kennerinnen der Lage ist Frau Prof. Dr. Köcher, die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, die nicht zu Dramatisierungen neigt. Sie hat kürzlich bei der jährlichen Konferenz der Herrhausen Gesellschaft und der FAZ eine „Deutschland-Diagnose“ vorgetragen: „Erosion des Vertrauens“, die von den etablierten Parteien ignoriert wird. „Die… Weiterlesen »

Matze
Matze
3 Jahre zuvor

@Johannes Strehle Das Problem ist, dass die Kategorien links und rechts sich nicht nur auf die Politik beziehen. Auch wenn es jetzt holzschnittartig klingt: Links im christlichen Bereich heisst emergent, Gender, für alle Lebensformen offen, EKD, hipp und modern. Rechts ist bibeltreu, gegen Homosexualität, für traditionelle Familie, gegen Frauenordination, altmodisch und hinter dem Mond. Das Problem in der medialen Darstellung ist aber, dass die Frommen in der Regel nur wegen Homosexualität und Frauenordination auftauchen. Das ist übrigens auch bei „Bibel und Bekenntnis“ das Problem, in der Wahrnehmung sich im wesentlichen auf den Punkt „Homosexualität“ zu beschränken. Deshalb konnte Michael Diener auch in seinem letzten Interview sinngemäß sagen, dass die Probleme, die es gab, sich im wesentlichen auf ethische Fragen beschränkten. Diese Punkte aber sind nur die Spitze des Eisbergs. Der Grund für eine Ethik, die nicht der Schrift entspricht, ist IMMER ein mangelndes Verständnis derselbigen. Darüber und was daraus folgt und wird viel zu wenig diskutiert: Gibt es eine Hölle,… Weiterlesen »

Adler
3 Jahre zuvor

@Roderich

wärest Du mit Pfingstlern / Charismatikern zufrieden, die sich wie die Gemeinden im NT und wie Paulus verhalten würden?

Meine Antwort kannst Du Dir ja denken: Natürlich nicht! Und warum? Weil der Kanon mittlerweile abgeschlossen ist. Wenn sich einer wie Paulus verhalten würde, würde er z.B. auch behaupten, dass er Apostel sei.

Was machst Du eigentlich beruflich, kommst Du ab und zu unter Menschen?

Was hat das mit dem Thema zu tun? Ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Meines Erachtens kämpfst Du gerade an der falschen Front. Das Problem ist im Moment die Postmoderne in der Hermeneutik, nicht die Frage der Zungenrede.

Falscher Gegensatz! Ich habe nie gesagt, dass die charismatische Bewegung das einzige Problem sei. Aber sie ist eine Gefahr und muss unbedingt bekämpft werden!

z.B. das oben erwähnte Beispiel vom „sich auf Verstorbene legen“

Sei so gut und recherchiere bitte selbst nach über Bill Johnson und Peter Wenz. Ich habe gerade nicht die Zeit dafür.

Roderich
Roderich
3 Jahre zuvor

@Johannes Strehle, zu dem Zitat: „Wer in meinem Verständnis evangelikal ist, kann unmöglich rechts sein.“ Meines Erachtens hat er in der Eile einfach den falschen Ausdruck gewählt. Er meinte: Als Christ kann man nicht (im grundsätzlichen Sinne) ausländerfeindlich oder rassistisch sein. Da würde ich ihm zustimmen, denn jeder Mensch ist im Ebenbilde Gottes gemacht. (Allerdings ist längst nicht alles, was Linke als rassistisch oder ausländerfeindlich bezeichnen, wirklich rassistisch oder ausländerfeindlich). Im politischen Sinne rechts kann ja auch heißen: nicht-links, also gegen Sozialismus, für einen schlanken Staat, für die traditionelle Familie, oder für ein rechtsstaatliches Vorgehen bei der Immigration, sowie für eine starke Begrenzung islamischer Immigration, gegen die auch nur ansatzweise Einführung der Scharia. Vetter kann als Allianzvorsitzender unmöglich vertreten, dass man diese Punkte als Christ „unmöglich vertreten kann“. Ich hätte mir da in der Ausdrucksweise auch mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Sich gegen linke Angriffe der Medien oder dgl. vorsorglich abzusichern, ist das eine, aber die Hälfte des eigenen Gemeindevolks anzugreifen, ist… Weiterlesen »

Johannes Strehle
Johannes Strehle
3 Jahre zuvor

@ Roderich zum Teil sind wir uns über die Unklarheit und Schwammigkeit einig. Im Übrigen bist Du ein wohlwollender Mensch. Vielleicht hast Du recht, vielleicht auch nicht. Nicht wenige beurteilen und interpretieren Vetter so wohlwollend wie Du. Auch wo Du Dir sicher bist, ist Dein Verständnis dessen, was Vetter gesagt hat, nicht das einzig mögliche. Der Mühlheimer Verband ist mir übrigens nicht unbekannt. Ich kenne zwei Gemeinden relativ gut, habe mich auch vor Jahren mit der ursprünglich interessanten Rechtskonstruktion befasst. Der Mühlheimer Verband war bis vor kurzem eine GmbH. Ich finde, dass Gemeindemitglieder Anspruch darauf haben, dass ihr Pastor sie ungefragt wissen lässt, was er persönlich in wesentlichen Fragen glaubt oder nicht glaubt. Desgleichen bin ich der Meinung, dass das christliche Fußvolk einen Anspruch darauf hat, dass der Vorsitzende der Evangelischen Allianz ungefragt mitteilt, was er persönlich in wesentlichen Fragen glaubt oder nicht glaubt. Ich finde es als mündiger Christ eine Zumutung, wenn ich dabei auf wohlwollendende oder skeptische Interpretationen… Weiterlesen »

Johannes T.
3 Jahre zuvor

Ich rate ihn doch erst einmal in Ruhe sein Amt antreten zu lassen!
Zu der Frage der Homosexualität hat er schon anderweitig Position bezogen.
Übrigens: auch Allianzvorsitzende können bibeltreu sein (bei der Frage der Geistesgaben ist man bekanntlich oft von beiden Seiten vom Pferd gefallen – ist kein Maßstab für Bibeltreue).

Thomas S.
Thomas S.
3 Jahre zuvor

Nennt mich naiv, aber mir ist es zu allererst wichtig, dass dort jemand sitz, der Jesus, sein Wort und seine Gemeinde liebt und ihnen treu dient. Das sehe ich als das Band an, welches bei allen theologischen Unterschiedlichkeiten die Ev. Allianz doch verbinden sollte. Unter dem Gesichtspunkt ist M. Vetter eine exzellente Wahl.

Adler
3 Jahre zuvor

@Roderich

jemand, der vielleicht gerade nicht so viel mit Menschen zu tun hat.

Wirklich lustig, wie Du mich versuchst in bestimmte Schubladen zu stecken. Tja, aber ich muss Dich leider enttäuschen: Ich habe beruflich sehr viel mit Menschen zu tun – wahrscheinlich sogar mehr als Du.

Strehle

Es gibt sicher viele Christen, denen das ausreicht. Deswegen haben wir auch die große evangelikale Katastrophe.

So ist es!

@Thomas S.
Dann nehme ich Dein Angebot gerne an und nenne Dich hiermit naiv.

Johannes Strehle
Johannes Strehle
3 Jahre zuvor

@ Thomas S. Es gibt im Christenleben wie im menschlichen Leben eine Phase, bevor wir das 1×1 lernen. Zum christlichen 1×1 gehört die Erkenntnis, dass Liebe wohl das am meisten missbrauchte aller Wörter ist. Besonders beliebt ist auch unter Christen das Zeitgeistverständnis von Liebe. Jesus sagt: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Er sagt nicht: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote relativieren und subjektivieren und an den Zeitgeist anpassen. Denn die klugen Menschen in 2000 Jahren wissen am besten, was Liebe bedeutet. Der (logische) Zusammenhang zwischen Liebe und Geboten zieht sich durch die ganze Bibel. Jesus sagt: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort festhalten. Er sagt nicht: Wenn jemand mich liebt, wird er versuchen herauszufinden, was in der Bibel zeitlos gültiges Wort Gottes ist. Bevor sich ein Christ nicht klar über sein Bibelverständnis geäußert hat, können wir nicht wissen, ob er Jesus liebt. Johannes schreibt in seinem ersten Brief: Dieses Gebot haben wir… Weiterlesen »

Christ
Christ
3 Jahre zuvor

Strehle

Lieber Johannes,

nur mal am Rande: Nach meinem Verständnis geht es bei „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ nicht vordergründig ausschließlich um das (theoretische) Schriftverständnis, sondern um das TUN des in der Schrift zu findenden Willen Gottes. Und da frage ich mich schon manchmal, ob alle die, die sich so ausgiebig an der mangelnden Rechtgläubigkeit anderer abarbeiten, auch manchmal das Gleichnis über die beiden ungleichen Söhne vor Augen haben.

Und das heißt nicht, dass das Schriftverständnis unwichtig ist! Es ist wichtig!

Und: bestände überhaupt die theoretische Möglichkeit, einen Allianzvorsitzenden zu finden, mit dem man leben könnte, bei dem das Haar in der Suppe nicht gleich gefunden wird? Müsste der dann nur möglichst oft die Worte „irrtumslos“ und „unfehlbar“ benutzen?

Deinen Ausführungen zur leider etwas schwammigen Ausdrucksweise gebe ich allerdings recht.

Thomas S.
Thomas S.
3 Jahre zuvor

Strehle Ich stimme grundsätzlich zu, aber der Satz „Bevor sich ein Christ nicht klar über sein Bibelverständnis geäußert hat, können wir nicht wissen, ob er Jesus liebt.“ ist mir dann doch zu ausschließlich. Da würden mir schon noch einige andere Dinge einfallen, an denen man die Liebe zu Jesus ablesen kann.
Natürlich ist diese Einschätzung fehlbar. Aber dass selbst beste Schriftkenntnis und -gehorsam nicht vor Fehleinschätzung, ja sogar totaler Verirrung schützt, dafür sind uns die Pharisäer des NT ein eindrückliches Beispiel.

Johannes Strehle
Johannes Strehle
3 Jahre zuvor

@ Christ meint und Thomas S. Ich bin ganz Eurer Meinung. Es ist zwar heute ein Minderheitenproblem, aber es gibt doch noch relativ viele Opfer einer „Rechtgläubigkeit“ ohne Liebe im Sinne der Bibel als Wort Gottes. Dass ein Christ die Bibel und damit die Gebote Gottes und das Liebesverständnis nicht eigenem Gutdünken unterwirft, ist nur e i n wesentliches Merkmal dafür, dass er Gott liebt (im Sinne der Bibel als Wort Gottes). Diejenigen, die auf der anderen Seite abgleiten, die also größten Wert auf die Bibel als Wort Gottes und die Gebote Gottes legen, aber ohne Liebe sind (siehe 1. Korinther 13), reden nach meiner Erfahrung genauso viel von Liebe wie die Zeitgeist-Christen. Sie sind nach meiner Erkenntnis und Erfahrung nur durch das neue Liebesgebot Jesu zu enttarnen: An der Liebe der Christen untereinander werden alle erkennen, dass ihr meine Schüler seid. An der „Liebe“ dieser „Rechtgläubigen“ untereinander kann kein Mensch erkennen, dass sie Schüler Jesu sind. Ihr Umgang miteinander… Weiterlesen »