Und wir schufen uns Gott nach unserem Bilde

Der Lutheraner Jack Kilcrease hat auf den wahrscheinlich schlimmsten Satz in Rob Bells Das letzte Wort hat die Liebe hingewiesen. Auf Seite 182 der amerikanischen Ausgabe ist zu lesen:

Das ist für unseren Frieden entscheidend, nämlich dass wir unseren Gott formen und dann unser Gott uns gestaltet.

Hier mehr: jackkilcrease.blogspot.com.

VD: BH

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12 Kommentare
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Wolfgang

Hmm, ich habe das Zitat nachgeschlagen. Ich glaube nicht, dass es fair ist, es aus dem Zusammenhang zu reißen. Bell beschreibt davor ein Gottesbild, das davon ausgeht, dass Jesus uns vor Gott retten muss. Er schreibt dann weiter, dass wir nicht vor Gott gerettet werden müssen, denn Gott ist es, der uns rettet (vom Tod, vor der Sünde, vor der Zerstörung). Gott ist der Retter. Diese Einsicht, so Bell, ist ausschlaggebend, um in Frieden leben zu können. Wenn wir ‚unseren Gott‘, also unsere Vorstellung von Gott falsch gestalten, dann formt dieses falsche Gottesbild uns (unser Leben, unsere Taten, Ziele…) in eine falsche Richtung. In der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Vorstellung von Gott sehe ich eine Grundvoraussetzung reflektierten Glaubens. Es geht doch nicht darum Gott zu ‚verbessern‘. Ich sehe Bells Aussage als Mahnung zur Vorsicht. Gott lässt sich nicht so einfach in ein handliches, gut zu beschreibendes Bild packen. In meinem AT und NT finde ich eine Fülle ganz unterschiedlicher… Weiterlesen »

Alex

Abgesehen von der theologischen Frage muss man doch Wolfgang erstmal Recht geben. Das Zitat lautet: „Dies ist entscheidend für unseren Frieden, denn: Wir formen ein Gottesbild und dann formt unser Gottesbild uns.“
Hier ist letztlich erstmal gar nichts anderes gesagt, als was Luther im Großen Katechismus, 1. Gebot, auch sagt: Was wir zu unserem Gott machen, das prägt unser Leben. Ob der wahre Gott dann auch ein strafender sein könnte, das ist dann die Diskussion. Der zitierte Satz ist so jedenfalls nicht mehr Feuerbach als Luther aus.
Ich fände es deshalb angemessen, die Darstellung des Satzes im Post zu korrigieren.

David

Es bleibt dabei…“We must take refuge from God in God“ (A.W. Tozer)

Johannes

Wenn ich die Passage aus Rob Bells Buch richtig verstehe, antwortet er nicht nur auf Luther, sondern auch auf Religionskritik des Schlages Feuerbach. Das finde ich, könnte man würdigen. Zumal ungewöhnliche Antworten gegenüber altabgedroschenen vielleicht eher zum Aufhorchen verleiten. Die Gegenüberstellung von zornigem und liebenden Gott in Verbindung mit AT und NT ist nun ja aus reformierter Sicht auch nicht so unorthodox, zu solchen Aussagen ließ sich schon Calvin verleiten (Institutio, II, 7, 8).

Otto

: Calvin spielt nicht den Gott des AT gegen den des NT aus, sondern sagt an der angeführten Stelle das, was Ron hier auch schon deutlich gemacht hat: Jesus Christus rettet uns vor dem Gott, der über unsere Bosheit und Ungerechtigkeit zürnt. Außerdem stellt Calvin Gesetz und Evangelium einander gegenüber, nicht AT und NT.

Noch eine Anmerkung zum Gottesbild: Ein solches zu konstruieren oder zu haben, verbietet Gott aus Liebe im zweiten Gebot. Wer mit einem Gottesbild lebt, lebt bestenfalls mit einer einengenden Momentaufnahme von Gott (schlimmstenfalls mit einem Götzen), aber nicht in einer wirklichen, befreienden Beziehung mit dem lebendigen Gott. Viele Grüße!

Rolf

Och, komm… Findest du es wirklich lauter, einen Satz aus dem Zusammenhang zu reißen und jemandem daraus einen Strick zu drehen?

Michael

Hier ein Auszug der deutschen Fassung von Rob Bells Buch: LOVE WINS (ohne Gewähr – der Text wurde von einer Texterkennungssoftware eingelesen): „Wir wollen an dieser Stelle ganz deutlich sein: Wir müssen nicht vor Gott gerettet werden. Gott ist vielmehr der, der uns vor Tod, Sünde und Vernichtung rettet. Gott ist der Retter. Das ist entscheidend im Blick für unseren Frieden. Denn wir formen unsere Götter, und dann formen unsere Götter uns. Inquisitionen, Verfolgungen, Prozesse, Bücherverbrennungen, schwarze Listen – wenn religiöse Leute gewalttätig werden, ge¬schieht das, weil sie von ihrem Gott geformt wurden, einem Gott, der gewalttätig ist. Wir sehen diesen zerstörerischen Mechanismus wohlauf und munter am Werk in bestimmten giftigen, bösartigen Diskussionen und Debatten im Internet. Für manchen besteht die höchste Form der Treue zu ihrem Gott darin, diejenigen anzugreifen, zu diffamieren und schlechtzumachen, die Glaubensthemen nicht auf die gleiche Weise formulieren, wie sie das tun. Wir formen unsere Götter und dann formen unsere Götter uns. Ein verzerrtes Verständnis… Weiterlesen »

Rilf

: Michaels Textauszug mag als Antwort genügen…