Augustinus: Vom Wort Gottes und den eigenen Gedanken

Aurelius Augustinus (De doctrina Christiana, Buch 2,VII,8,17):

Daraufhin ist es nötig, in Frömmigkeit sanft zu werden und der Hl. Schrift nicht zu widersprechen, entweder weil wir verstanden haben, wenn sie irgendwelche Fehler von uns aufspießt, oder weil wir sie nicht verstanden haben, als ob wir besser denken und besser vorschreiben könnten, vielmehr ist eher zu bedenken und zu glauben, daß das, was dort geschrieben ist, auch wenn es verborgen sein sollte, besser und wahrhafter ist, als das, was wir durch uns selbst denken können.

Kommentare

  1. Schandor meint:

    Autoimmunisierung gelungen.

  2. Roderich meint:

    😉 @Schandor, ja, wenn das das einzige wäre, was er zur Bibel zu sagen hätte, wäre das etwas wenig 🙂
    Aber er wird den Verstand andernorts schon nicht zu kurz kommen lassen.

  3. Schandor meint:

    Ja, weiß ich, hab ich doch viel Augustinus gelesen 😉
    Paulus – Augustinus – Luther/Calvin – die Stufenleiter kenn ich und hab ich auch gern. Ganz oben steh ich – zeitlich, weil ich halt noch leben darf 🙂
    Ich wollt’s absichtlich ein wenig provokant formulieren.
    Trotzdem ist was dran an meiner Formel.

    (Gib, was du befiehlst, und dann befiehl, was du willst.)

  4. Clemens Altenberg meint:

    Als Philosoph bzw. Mystiker schreibt Augustinus aber auch: „Warum willst du draußen schweifen? Kehre in dich selbst ein, denn im Innern wohnt die Wahrheit!“

  5. Clemens Altenberg meint:

    Hab mich gerade wieder für den Philosophieunterricht eingelesen und bin erstaunt wie sehr Augustinus auch ein „negativer Theologe“ im Sinne Plotins und Lao Tses ist. Gott ist „unbegreiflich und unsichtbar“, „höchst verborgen.“ Von Gott gibt es „kein Wissen in der Seele, außer dass sie weiß, wie sie ihn nicht weiß.“ Weil Gott der Unbegreifliche ist, liegt mehr Wahrheit darin, zu verstehen, dass man nicht versteht, als zu meinen, man habe verstanden. „Si comprehendis non est Deus.“

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