Die Antwort von Bischof Wilckens

Sollen homosexuelle Geistliche mit ihrem Partner im Pfarrhaus leben dürfen? An dieser Frage hat sich in den vergangenen Wochen eine heftige ethische und theologische Diskussion entzündet. Auslöser war ein offener Brief von acht evangelischen Altbischöfen, die gleichgeschlechtliche Sexualität für bibelwidrig halten. Einer von ihnen ist der pensionierte nordelbische Bischof Ulrich Wilckens. Er hat nun seine Position weiter erläutert:

In der Tat habe ich mich in der Erstauflage von 1978 dagegen ausgesprochen, die scharf verurteilenden Sätze des Apostels Paulus in Röm 1,26f. »heute noch in dem Sinne zu übernehmen, daß Homosexualität ein sittlich verwerfbares Vergehen sei«. Es ist Ebach jedoch entgangen, dass ich diesen Satz in der 3. durchgesehenen Auflage von 1997 getilgt habe. Erst im Zusammenhang meines Bischofsdienstes 1981-1991 nämlich bin ich genötigt worden, nicht nur über die jüdische Herkunft dieses Urteils des Apostels, sondern vor allem zugleich über die theologische Begründetheit seines großen Gewichts im Zusammenhang biblischer Theologie im ganzen neu verantwortlich nachzudenken. Überhaupt hat mein verantwortlicher Dienst in der kirchlichen Praxis meine wissenschaftliche Exegese theologisch vertieft, wie es meine »Theologie des Neuen Testaments«, die ich danach in meinem Ruhestand erarbeitet habe, erweist. Ich wünschte Herrn Ebach in seinem Ruhestand eine entsprechend intensive Neubegegnung mit der Bibel als der Heiligen Schrift der Kirche – so würde ihm seine Art, über ernste Dinge so herablassend »spöttisch« zu denken und zu reden, ganz von selbst vergehen.

Hier sein Beitrag: www.evangelisch.de.

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Leopold

viel mehr Schuld der Erwachsenen
Erstellt am 11. Februar 2011 von kleedorfer
Liebe Erwachsenen,

Es gibt da noch einen Bereich wo Ihr sehr schuldig seid. Das griechische Wort für Unzucht ist pornea, von dem das Wort Pornographie stammt. Als Unzucht bezeichnet die Bibel jeden Geschlechtsverkehr, jede sexuelle Handlung außerhalb der Ehe.

Es ist himmelschreiend wie Kinder und Jugendliche hineinwachsen müßen in eine total perverse, sexbesessene Welt.

Es gibt kaum eine Zeitschrift, die keinen pornographischen Inhalt hat. Seien es Inserate, sexistische Abbildungen von berühmten Personen oder die tägliche Nackte in der Kronen Zeitung.

Es gibt kaum einen Film, der nicht durch Ehebruch gekennzeichnet ist.

Und es sind wieder die Erwachsenen die all das produzieren.

Durch das Internet wird die Pornographie noch um ein Vielfaches verschlimmert.

Wer produziert das alles, wer vertreibt das alles? Es sind wieder die Erwachsenen, die auch mit Pornographie viel Geld verdienen.

Schandor

Wahrscheinlich hat *porneia* nicht nur spezifisch sexuelle Implikationen, sondern geht darüber hinaus. Ich frage mich, ob es „züchtig“ ist, seine Frau zu misshandeln (seelisch oder körperlich)?
lg

Leopold

@Schandor
Natürlich nicht, wir sollen ja unsere Frau so lieben wie Christus die Gemeinde geliebt hat, und Er ist für sie gestorben …

Johannes Strehle

Die Erklärung der pensionierten Bischöfe und diese Reaktion Prof. Wilckens sind einerseits richtig und wichtig, aber andererseits auch typisch für das evangelikale Desaster (Schaeffer). Die Geschichte des evangelikalen Desasters ist Wort-reich und Konsequenz-arm. Die humanistische Gegenseite konnte und kann immer damit rechnen, dass die Masse der Evangelikalen (in der Nachfolge ihrer Führer) keine Konsequenzen zieht und nach und nach mindestens de facto die humanistischen Positionen hinnimmt, akzeptiert oder übernimmt. Die Evangelikalen brauchen dafür nur etwas länger. (“ Fritz Holdinghausen, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Fischbacherberg (Siegen), fordert nun ein „radikales Umdenken“ in Bezug auf die Homosexualität auch innerhalb der evangelikalen Bewegung: Er bezweifelt … , dass die Bibel homosexuelle Partnerschaften eindeutig ablehnt.“ apologet.de) Im kirchlichen und theologischen Diskurs und Disput mag es eine Holschuld sein, in Erfahrung zu bringen, wer warum wann wo eine grundsätzliche Position oder gar die Seite gewechselt hat – stillschweigend oder ausdrücklich („Es ist Ebach jedoch entgangen“), im öffentlichen Diskurs ist es jedoch eine Bringschuld! Der… Weiterlesen »

Johannes Strehle

„werde ich mich keinem kirchlichen Vorgesetzten unterordnen, der diesem Gesetz zustimmt“, schreibt leider wieder ein Pensionär Aus einem offenen Brief Uwe Holmers an den EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider „… Ich bin froh, dass meine mecklenburgische Kirche noch zurückhaltend ist in der Übernahme unbiblischer Lehren. Ich teile Ihnen aber mit: Sollte auch unsere Landeskirche bzw. die kommende Nordkirche ihre Pfarrhäuser für praktizierende homosexuelle Paare öffnen, werde ich mich keinem kirchlichen Vorgesetzten unterordnen, der diesem Gesetz zustimmt. Ich kann in ihm keinen Hirten sehen, der die Gemeinde „auf einer grünen Aue weidet und zum frischen Wasser“ führt. Ich trete nicht aus der Kirche aus, sondern gehe in die innerkirchliche Opposition. Wo ich aber von Gemeinden und Gruppen zur Verkündigung gerufen werde, werde ich dem nach Kräften folgen. … Auch die Schrift von Martin Luther ist neu zu bedenken, dass eine Gemeinde Recht und Macht habe, alle Lehre zu beurteilen und Lehrer zu berufen. Gott kann sich dafür jüngere, fähige Leute erwecken. Das… Weiterlesen »