C.S. Lewis: Lass sie ständig auf der Jagd sein

In seinen 31 Briefen gibt Onkel Screwtape seinem unerfahrenen Neffen hilfreiche Dienstanweisungen, wie man die Seele eines Patienten nicht durch große, spektakuläre Sünden, sondern durch Ausnutzung alltäglicher menschlicher Schwächen zur Beute der Hölle machen kann. C.S. Lewis’ Dienstanweisungen für einen Unterteufel sollte man in seinem Leben mehrmals lesen (vgl. auch hier).

Im 15. Brief erklärt der Unterteufel, weshalb es für ihn so hilfreich ist, Christen nicht in der Gegenwart leben zu lassen. Die Zukunft ist nämlich „der Ewigkeit am wenigsten ähnlich“. Wenn die Menschen ihre Gedanken ganz auf die Zukunft richten, dann können sie in der Gegenwart nicht viel anstellen (Dienstanweisungen für einen Unterteufel, 1995, S. 74):

Wir wollen eine ganze Rasse, die ständig auf der Jagd
nach dem Ende des Regenbogens ist, die niemals jetzt
ehrlich oder freundlich oder glücklich ist, sondern stets
jede wirkliche Gabe, die ihr in der Gegenwart zuteil
wird, nur als Brennstoff benutzt, den sie auf den Altar
der Zukunft häuft.

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3 Kommentare
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Johannes L.

Was antwortet man Christen, die sinngemäß sagen: Wir sollten uns als Christen nicht mit den Dingen beschäftigen, die da in der Gegenwart gerade laufen. Es gäbe dafür kein einziges biblisches Vorbild. ?

Stephan

Da gibt es eine Menge Vorbilder in der Bibel. Die Urgemeinde kümmerte sich um ihre Alten und Witwen usw., war also durchaus sozial unterwegs. Paulus hatte mit den Artemis-Schnitzern zu tun, in der Apg, und der Name deren Anführers wird auch in einem Brief erwähnt und vor diesem gewarnt. Wenn Paulus den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche …, dann handelt er sehr wohl in einer kulturell geprägten Umwelt, beschäftigte sich also mit den Dingen in seiner Gegenwart. Was in der Gegenwart gerade läuft, hat Rückwirkungen. Die Ermahnungen eines Paulus beziehen sich oftmals auf Dinge, die aus der Welt, also der Gegenwart Einfluss nehmen auf die Gemeinde. Seien es Fragen zu ehelichen Dingen, Unterwanderung des Glaubens durch Philosophie usw., und selbst heute muss man sich als Christ damit befassen, wie wir unsere Gottesdienste angesichts von Corona-bedingten Auflagen gestalten. Das AT ist auch voll von Beispielen, welche weltlichen Dinge das Volk Gottes bewegte, und das sogar im Wortsinn. Die Frage… Weiterlesen »

Matze

Aus meiner Sicht ist hier die richtige Priorisierung gefragt:
Bei einem Leben mit Jesus geht es in erster Linie schon darum, wo ich die Ewigkeit verbringen werde. Wenn es darum nicht geht „lasst uns saufen und fressen und fröhlich sein“. Dieses Leben aus der Ewigkeitsperspektive heisst doch aber, dass ich mit meinem Leben jetzt schon Gott Ehre geben will neben allem zu oft vorkommenden Versagen. In der Konsequenz geht es auch zudem darum mit meinem Leben anderen den Weg zum Leben mit Gott in der Ewigkeit zu zeigen. Da kommt es dann schon auch darauf an wie wir leben