Frauen, lasst die Teilzeit bleiben?

Frauen investieren viel Zeit und Geld in ihre Ausbildung. Doch kaum sind die Kinder da, ziehen sich viele in die Teilzeit zurück. Ein fataler Trend, findet Inge Kloepfer in ihrem Beitrag für die FAZ. Sie hat dafür die Studie Making Motherhood Work von Caitlyn Collins ausgewertet.

Bemerkenswert ist das fehlende Verständnis dafür, dass es für Eltern und Kinder gut ist, mehr Zeit füreinander zu haben. Der Druck auf Frauen, die sich für mehr Zeit an der Seite der Kinder entscheiden, steigt – spürbar und ganz selbstverständlich. Das sind die Nebengeräusche der Emanzipation. Die jungen Mütter sind überhaupt nicht auf die emotionalen Kosten des Mutterseins vorbereitet und geraten, wenn die Kinder plötzlich da sind, in einen „Informationsschock“:

Ganze Kohorten jüngerer Frauen unterschätzten regelmäßig die Kosten, die ihnen durch ihr Muttersein entstehen, vor allem die „emotionalen Kosten“, die durch die Trennung von den Kindern, durch Schuldgefühle gegenüber Familie und Arbeitgeber oder etwa durch zu wenig Schlaf entstehen. Eine realistische Vorstellung davon machten sich junge Frauen kaum, nicht nur in Deutschland. „Man könnte das Mutterwerden als eine Art Informationsschock bezeichnen, der sich dramatisch auf das Verhalten der Frauen niederschlägt“, heißt es in der Studie. Mit erheblichen Folgen: „Die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung nach der Geburt des Kindes sinkt für Frauen in den Vereinigten Staaten oder Großbritannien um 30 bis 40 Prozent. Dabei wirkt der Informationsschock nicht nur lange nach. Er verstärkt sich sogar. Frauen, die direkt nach der Geburt einer festen Arbeit gegenüber skeptisch werden, seien es zwei Jahre später erst recht. Und noch stärker sind die Effekte, wenn das zweite Kind geboren wird. Betroffen sind davon vor allem die gut ausgebildeten Frauen. Bei Vätern indes sind derlei Effekte nicht nachzuweisen.

Anstatt den Rechtfertigungsdruck unter Frauen, die sich für die Familie entscheiden, zu erhöhen, sollten wir viel mehr danach fragen: Was ist gut für die Kinder? Aber das ist natürlich altbacken oder eben politisch unkorrekt.

Hier der vollständige Artikel: www.faz.net.

Kommentare

  1. Johannes meint:

    Das mit dem Kindeswohl scheint in unserem Land kaum mehr eine Rolle zu spielen. Hier noch ein erschreckendes Beispiel von ganz anderer Seite: https://www.islaminstitut.de/2019/deutschland-bundesgerichtshof-haelt-nach-schariarecht-geschlossene-kinderehen-fuer-schuetzenswert/

  2. Theophil Isegrim meint:

    Das klassische Rollenmodell ist böse und Unterdrückung. Nunja, könnte uns realtiv egal sein, wenn die Welt Gottes Ordnung mißachtet. Was wissen die schon von Gott. Aber ich habe nun schon genügend theologische Vorträge gehört, die alles gleich machen wollen. Dann wird die Frau immer mehr zum Mann und umgekehrt. Dann haben wir nachgemachte Männer und nachgemachte Frauen. Verwirrung komplett.

    Dieser Vortrag hat auch am Rande damit zu tun. Einige Sachen sind ganz interessant – obwohl sie auch den Rollenausch vertritt. Kann man drüber nachdenken und für eine Argumentation nutzen.

    https://www.youtube.com/watch?v=AEwB7M355K8

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