D. von Wachter: „Der Mythos der Aufklärung“

Der Philosoph Daniel von Wachter schreibt:

Der Begriff „Aufklärung“ wurde von Gegnern des Christentums erfunden, um den Eindruck zu erwecken, die Christen seien naiv und intolerant, und im 18. Jahrhundert sei dagegen schließlich langsam die Vernunft zur Geltung gebracht worden, was zur Entstehung der Naturwissenschaft, zu Fortschritten in der Philosophie und zur Religions- und Meinungsfreiheit geführt habe. Die sich selbst als „Aufklärer“ Bezeichnenden wollten sich als epochemachend stilisieren. Die angeblichen Errungenschaften der Aufklärung wurden größtenteils von anderen errungen. In dieser ersten Folge wird die Grundstrategie der Aufklärung und die Diskrepanz zwischen dem Inhalt und dem Umfang des Aufklärungsbegriffes dargestellt.

Der lehrreiche Aufsatz: „Der Mythos der Aufklärung Teil 1: Eigenlob stinkt“ ist beim Professorenforum erschienen und kann hier heruntergeladen werden: Artikel_I_2014/Wachter-Aufklaerung1-2014.pdf.

Der Bildungsplan 2015 und seine Ideologen

Bettina Röhl schreibt über den vermeintlichen Bildungsplan 2015 in Baden-Württemberg:

Aus dem Abkürzungsverzeichnis des von wenig Bildung, aber viel Ideologie strotzenden Bildungsplans ergibt sich, dass hinter der Formulierung der „LSBTTI-Menschen“ „die Gruppe von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender und intersexuellen Menschen“ steht. Dieser Minderheit von Menschen wollen die Bildungsplaner das Leben versüßen, erleichtern oder sonst in einer sehr undefinierten Form verbessern. Zu diesem Zwecke soll die heterosexuelle Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in den Genuss von Selbsterfahrungsunterricht kommen. Unterricht von Lehrern, die weder zu diesem Zwecke ausgebildet sind, noch eine moralische, geschweige denn verfassungsrangige Berechtigung besitzen.

Man muss die Dinge im großen Kontext der Bildungspolitik sehen und die derzeit noch regionalen, unterschiedlichen Schwerpunkte zu dem gewollten Ganzen zusammen setzen. Kleine Kinder sollen wie, siehe Berlin, in Rollenspielen „erlernen“, was lesbisch, schwul oder transgender ist. Sie sollen aber auch lernen, wie es ist, ein „Coming-Out“ zu haben, was ein „Darkroom“ ist, was „Selbstbefriedigung“ ist oder was es für Sexualpraktiken gibt. Und Jungs sollen lernen, wie es sich anfühlt Mädchen zu sein und Mädchen sollen lernen, wie es sich anfühlt ein Junge zu sein.

Dieser höchst aggressive und alle Menschen unter Generalverdacht stellende, gequirlte Irrsinn steckt auch hinter dem derzeit diskutierten sogenannten Bildungsplan 2015 in Baden-Württemberg. Und, wie immer, wenn Ideologen, die, wie schon in der Kolumne „Winfried Kretschmann und der Bildungsplan 2015“ ausgeführt, an der Macht sind, sehen sich diejenigen, die dem hoheitlichen Bildungstreiben ablehnend gegenüber stehen, in der Rolle der Idioten, der dümmlichen Nicht-Versteher, der ewig Gestrigen, der Vorurteilsbehafteten, der Anti-Demokraten und, wie es heute gern heißt, der Schwulenhasser.

Mehr: www.wiwo.de.

A. Kuyper: Kirche und Staat

Abraham Kuyper über das Verhältnis von Kirche und Staat:

In der Regierung des Staates darf die Gemeinde nicht herrschen wollen. Ihr Werkzeug ist das freie Wort, ihre Macht der Einfluss von Mensch auf Mensch in seinem Gewissen, seinem Haus, der Welt seines Denkens, dort lasst Christi Geist herrschen, und ganz von selbst wird er es tun in der Verwaltung des Landes. Wird dieser Geist eine Macht in der Welt der Geister, so widersteht ihm nichts. Wo Christi Geist in Wahrheit zur Herrschaft gelangt, geht gerade aus dem Mutterschoß dieser Autorität die Freiheit hervor.

Aber der Geist Christi muss herrschen! Also nicht „Geist“ im Allgemeinen, sondern der Geist des Einen, der in unserem Fleisch und Blut erschien, der Geist einer historischen Person, womit jedes Schweben in eigenen Phantasien radikal abgeschnitten ist.

D.A. Carson: Nur zwei Lebensoptionen?

Auf der Evangelium21-Konferenz 2012 gehörte der Neutestamentler Don Carson zu den Hauptrednern. Hier sein Vortrag über Psalm 1. Übersetzt wird D.A. Carson von Kai Soltau (die Anmeldungen für die Konferenz 2014 laufen hier).

Wheaton Studenten protestieren gegen Rosaria Butterfield

Als der christliche Apologet Francis Schaeffer 1965 an dem renommierten christlichen Wheaton College seine Vorlesungen über „Gott ist keine Illusion“ hielt und mit den Studenten über Ingmar Bergman und Fedrico Fellini oder die Schriften von Albert Camus, Jean-Paul Sartre und Martin Heidegger diskutierte, löste er einen kleinen Skandal aus. Michael Hamilton sagte über das Ereignis: „Am Wheaton College mussten damals die Studenten darum kämpfen, den Film Bambi zeigen zu dürfen. Nun kam Schaeffer und sprach über die Filme von Bergman und Fellini.“

Und heute? Denny Burk berichtet darüber, dass Wheaton Studenten dagegen demonstrierten, dass die ehemalige lesbische Aktivistin Rosaria Butterfield in der Kappelle des Colleges ein Zeugnis über ihre Bekehrung zum christlichen Glauben gibt. So schnell ändert sich die Kultur.

Das wunderbare Zeugnis gibt es hier:

Die EKD-Orientierungshilfe: Ein linkes Parteiprogramm?

Die Orientierungshilfe der EKD erinnere an ein linkes Parteiprogramm, schreiben Schirrmacher und sein Kollege Titus Vogt in ihrer „soziologischen und theologischen Kritik des Familienpapiers“. Schon die Zusammensetzung der zuständigen Kommission ließe eine bürgerliche Stimme vermissen. Entsprechend fielen auch die Forderungen des Papiers aus. Sie seien „praktisch identisch“ mit dem Parteiprogramm von Bündnis 90/Die Grünen, stimmten zum Teil aber auch mit dem der Linken überein. In Fragen der Familienpolitik sei auch eine Nähe zur SPD gegeben, „auch wenn man dort in Bezug auf die völlige Entthronung der Ehe viel zurückhaltender formuliert“, schreiben die Autoren.

Eine Zusammenfassung des Gutachtens ist im Magazin des Evangelischen Arbeitskreises der Union „Evangelische Verantwortung“ erschienen und kann hier heruntergeladen werden: 10_2_2014-15_18_07-ev_1+2_14_web.pdf. Das vollständige Gutachten gibt es hier: EKD_Familie_2013__Gutachten_TS_TV_.pdf.

Bonhoeffer über den Zerfall menschlicher Lebensordnungen

Im Kolosserbrief 3,18–19 ist zu lesen: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie es sich im Herrn geziemt! Ihr Männer, liebt eure Frauen und lasst eure Bitterkeit nicht an ihnen aus!“ Dieser Text über die christliche Familie wird heute selten konsequent ausgelegt. Bonhoeffer wehrte sich noch gegen eine Relativierung der christlichen Haustafel und sieht in ihr eine von Gott gesetzte Ordnung. Dass sich der EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider bei seiner Verteidigung des umstrittenes Orientierungspapiers zu Ehe und Familie ausgerechnet auf Bonhoeffer beruft, wirkt ziemlich grotesk.

Hier also Bonhoeffer (Widerstand und Ergebung, 1983, S. 34):

Gott gründet eine Ordnung, in der ihr in der Ehe miteinander leben könnt. „Ihr Weiber, seid Untertan euren Männern, in dem Herrn, wie sich’s gehört. Ihr Männer, liebet eure Weiber“ (Kol. 3,18. 19). Mit eurer Ehe gründet ihr ein Haus. Dazu bedarf es einer Ordnung, und diese Ordnung ist so wichtig, daß Gott selbst sie setzt, weil ohne sie alles aus den Fugen ginge. In allem seid ihr frei bei der Gestaltung eures Hauses, nur in einem seid ihr gebunden: die Frau sei dem Manne Untertan, und der Mann liebe seine Frau. Damit gibt Gott Mann und Frau die ihnen eigene Ehre. Es ist die Ehre der Frau, dem Manne zu dienen, ihm eine Gehilfin zu sein — wie es in der Schöpfungsgeschichte heißt (1. Mose 2, 20) –, und es ist die Ehre des Mannes, seine Frau von Herzen zu lieben. Er „wird Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen“ (Matt. 19,5), er wird sie „lieben wie sein eigenes Fleisch“. Eine Frau, die über ihren Mann herrschen will, tut sich selbst und ihrem Manne Unehre, ebenso wie ein Mann durch mangelnde Liebe zu seiner Frau sich selbst und seiner Frau Unehre zufügt, und beide verachten die Ehre Gottes, die auf dem Ehestand ruhen soll. Es sind ungesunde Zeiten und Verhältnisse, in denen die Frau ihren Ehrgeiz darin sucht, zu sein wie der Mann, und der Mann in der Frau nur das Spielzeug seiner Herrschsucht und Freiheit erblickt. Es ist der Beginn der Auflösung und des Zerfalls aller menschlichen Lebensordnungen, wenn das Dienen der Frau als Zurücksetzung, ja als Kränkung ihrer Ehre, und die ausschließliche Liebe des Mannes zu seiner Frau als Schwäche oder gar als Dummheit angesehen wird.

A. Kuyper: Kirche und Gesellschaft

Abraham Kuyper schreibt über das Verhältnis von Kirche und Gesellschaft:

Kirche und bürgerliche Gesellschaft sind zweierlei. Es wäre Selbstzerstörung der Kirche, wollte sie das Wohl der Gesellschaft ihr einziges Ziel nennen. Aber ebenso wenig darf die Kirche sich [so] stellen, als ginge die Gesellschaft sie nichts an. Vielmehr ist sie es, die Licht in ihre Dunkelheit, Leben in ihren Tod, Kraft in ihre Ermattung bringen muss. Nur die Kirche kann überall die heilige Freiheit verkünden, angesichts des Sklavenjobs, das die Gesellschaft quält.

Die Fratze der Antidiskriminierung

Was wird heute nicht alles im Namen der Antidiskriminierung beschlossen. Das UN-Komitte für Kinderrechte spricht Jugendlichen das Recht auf die Tötung ungeborener Kinder zu (und will die Kirche „zwingen“, ihre Morallehre zu ändern). Das Brüsseler Parlament stimmt nun darüber ab, ob unheilbar kranken Kindern die Tötung auf Verlangen zusteht. Den kleinen Kindern den Tod vorzuenthalten, so argumentiert Jean-Jacques de Gucht, ein junger Abgeordneter der flämischen Liberalen, sei ein Akt der Diskriminierung.

16 belgische Kinderärzte haben die Diskussion mit einem offenen Brief maßgeblich beeinflusst. Unheilbar kranke Kinder, schreiben sie, seien „manchmal besser in der Lage, über das Leben nachzudenken und sich zu äußern als gesunde Erwachsene“. Das „Kalenderalter“ sei deswegen kein geeignetes Kriterium, Kindern zu versagen, was Erwachsene in Belgien dürfen.

Und was auch bei Kindern schon „ausnahmsweise“ geschehe, „auch wenn wir dazu heute den Rahmen des Gesetzes verlassen“, schreiben die 16 Ärzte, Professoren, Chefärzte, Krebsforscher. Ein Skandal blieb aus, die Befürworter fühlten sich gestärkt.

Der sozialistische Senator Philippe Mahoux, einer der Väter des allgemeinen Sterbehilfegesetzes von 2002, sieht das Parlament nun in der moralischen Pflicht: Unheilbar kranke Kinder hätten nicht so viel Zeit wie Abgeordnete, darum müsse das Gesetz nun rasch verabschiedet werden.

Jean-Jacques de Gucht, ein junger Abgeordneter der flämischen Liberalen, hat das neue Gesetz mit eingebracht. Er hält die heutige Rechtslage für „Diskriminierung“ von Minderjährigen, denn Leiden kenne keine Altersgrenze.

Hier der Artikel von Florian Eder: www.welt.de.

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